02
Mai
08

für nostalgiker: die Walpurgisnach in Berlin

Natürlich ist Gewalt (ich spreche von der Gewalt rund und mit um den ersten Mai in Berlin) nicht wünschenswert und überhaupt - fort damit!

Doch mit der Eindämmung der Gewalt ging nicht nur die Gewalt selbst, sondern Vieles andere mit, was ein traditionelles, ein vielfältiges Ereignis wie die Walpurgisnacht im Mauerpark in Berlin früher ausgemacht hat. Ein buntes Allerlei verschiedenster Menschen; erwachsene und junge, Kinder. Musiker bevölkerten den Platz, Künstler, Zauberer, Feuer, Lachen und Mystik. Heute ist die Nacht vielmehr eine Clubveranstaltung unter freiem Himmel, der Kiez in der Kastanienallee mit einbezogen, willkommen ist, wer daran Freude hat und sich betrinkt, ohne weiters aufzufallen. Keine reinigenden Feuer mehr, über die man springen könnte, Musiker fanden sich zwei, daneben eine dreiköpfige Trommelgruppe die den Danceflor bediente und Alkohol, Alkohol, Alkohol, der, wer mitdenkt weiß, für eine gewisse neblige Stimmung sorgte. Gut besucht die dennoch zu wenigen Dixie-Toiletten, überall Christianes, Pascals und Irisse vom Deeskalationsteam und so ging es denn dahin.

Wer sich die Situation vergegenwärtigte und die Absperrungen übersah, fand sich nicht anders als ein Schaf unter vielen, gehalten von grün- und gelbkittligen Schäfern. Mäh! Natürlich: Zum unpolitisch gewaltlosen Feiern ist jeder Anlass willkommen.

Die Gewalt allein kann nicht daran schuld sein, dass die Freude und der Zauber des Festes verschwunden sind, es ist wie immer im Leben ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Seiten verschiedener Interessen und Entwicklungen, die letztlich in dieser Nacht nur eines vermitteln konnten: Trübe Aussicht, trübe Stimmung.

Friede! Freude! Eierkuchen.


2 Antworten zu “für nostalgiker: die Walpurgisnach in Berlin”


  1. 1 Jester Mai 2, 2008 um 9:10

    Just take a look:

  2. 2 Jester Mai 2, 2008 um 9:11

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