Archiv für 25. März 2008

25
Mär

Keine Freiheit für Tibet!

Schön liegt es da, Tibet, am Südrand des Himalaya, dem regendurchlässigsten Dach der Welt, dort, drüben in Asienland. Über Tibet kann man nicht viel sagen, denn da herrschen neben viel Sonnenschein die tote Wüstenhose, reger Waldkahlschlag und irgendwelche Gelborangekittel, die sich für besonders brutal friedartig zu halten meinen. Belege gab es die letzten Tage und Wochen im Hör- oder Bild- oder Pressfunk. Da fragt man sich als Deutscher, ob diese Form von, sagen wir: fordernd wütend gewalttätiger Gewaltlosigkeit nicht als quasihumanistischer Ersatz für unseren unterforderten humorlosen Nationalismus gelten könnte? Als Buddhisten könnten wir dann jüdische Synagogen anzünden und sagen, die halten uns ja immer noch besetzt!

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(Das Zeug an den Ketten ist sicher keine Marmelade. Bild: dpa)


Aber abgesehen davon: der gute Exil-Dalai-Lama kann einem als wahrhaft kaum gewalttätiger Mensch in Anbetracht der nur unter zynischen Gesichtspunkten als „Buddhisten“ zu titulierenden Gewaltmönche in Tibet schon Leid tun!

Ein wenig ausgeholt: als die Mongolenmacht im 18. Jahrhundert in Asien versank, füllte China das entstandene Machtvakuum, dazu gehörte 1720, Tibet als Protektorat zu deflorieren. Des Weiteren gab es aufgrund oben erzählter Gegebenheiten wirtschaftlich nichts für China abzugreifen und es ließ Tibet bis auf kleine Gebiete im Osten Tibet sein – der Himalaya galt und gilt wohl als die Schutzalpen der chinesischen Römer. Das war den aggressiven Tibetern aber nicht genug! Der dreizehnte Dalai Thubten Gyatso versuchte mit Hilfe der Britten im 19. Jahrhundert Tibets Unabhängigkeit von China zu erzwingen. So kam es später denn auch zur Unabhängigkeitserklärung von 1913, was den Chinesen natürlich gründlich das Reisfeld versaut hat! Und: 1951 kam, was kommen musste – politisch wie militärisch geschwächte Britten raus, China is roll back! Mao tsei Dank!

Der derzeitige Dalai hat 1987 durch einen Fünf-Punkte-Friedensplan abermals versucht die Situation zugunsten der brutalen Tibeter Buddhisten zu kippen, aber wie verhandelt man am besten mit einem totalitären Kapital-Kommunismus, mit China? Mit Atombomben? Die haben die Tibeter Killermönche noch nicht.

Ergänzend die internationale Lage: wenn es auch leckere Regierungs-Bekräftigungen gibt, die eindeutig feststellen, dass da irgendwie wohl Menschenrechte in Tibet zerschossen werden, so war´s das auch. Weltweit gibt es keine Regierung, die die Zugehörigkeit Tibets zu China wesentlich in Frage stellt. Wir denken an den seinerjugendzeit Grünradikalisten und Ex-Außenmeister von Rot-Grün: Joschka Fischer. Der hielt deutschlich fest, dass Tibet integraler Bestandteil der Maoisten sei, nix anderes.

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(Ein tibetischer Mönch: ob er grad ein Mantra schreit? Bild: dpa)

Die Haltung der USA ist klar wie Hamburgersuppe: das ist nicht gut für die Handelsexpansion in Asien, mit Hilfe derer irgendwann auch China demokratisch gemacht werden soll müssen.

Und das alles versaut uns die Freude auf Olympia! Macht endlich Ruhe und ganz sicher: keine Freiheit für Tibet!